Wie versprochen wollte ich von meinen Erlebnissen von den letzten 6 Wochen erzählen. Von dem Trip zu den Drakensbergen habt ihr ja schon mit bekommen. Heute zeige ich euch wieder etwas neues...
Warum das normale Taxi nehmen wenn es public transport gibt?
Ich bin ja jetzt schon viel um Joburg herum gekommen. Auch wenn das Taxi hier in Südafrika vergleichsweiße sehr billig ist, können bei längeren Strecken schon größere Summen entstehen.
Deshalb habe ich beschlossen in Zukunft mehr mit einem der öffentlichen Verkehrsmittel voran zu kommen. Es gibt eigentlich genau 2 Transportmittel, die die Einheimischen benutzen. Den Metro-Zug und die sogenannten Public Taxis.
Vom Zug raten viele Einheimische ab, weil die Kriminalitätsrate in der Metro Bahn drastisch gestiegen ist. Trotzdem habe ich vor, einmal mit einem Einheimischen eine kleine Tour in die City zu machen.
Dann gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die vor allem sicherer ist: Public Taxi
Aber wie funktioniert das ganze eigentlich?
Ich selbst musste das ganze System auch erst einmal verstehen, learning by doing hat mir dabei sehr geholfen.
Das System funktioniert im Grunde genommen so:
In ganz Südafrika gibt es überall auf den Straßen kleine "Taxi" Busse die quer herum in verschiedene Richtungen fahren und zu verschiedenen sogenannten "Taxi Ranks" fahren und dort einen Stop machen.
In diesen Ranks befinden sich viele andere Taxi Busse die jeweils zu einem anderen Ort und deren Ranks fahren. Manchmal sind die Busse durch eine Tafel gekennzeichnet, um zu wissen wo man hinfährt. Oft läuft es aber so ab, dass man einen Busfahrer nach dem anderen fragen muss, um den richtigen Bus zu finden. Wenn man dann im Bus angekommen ist, steigt man ein und wartet bis er voll wird. Ist der Bus voll wird losgefahren. Eine Busfahrt von einem Ort zum anderen hängt meistens davon ab, wie weit dieser entfernt liegt. Im Durchschnitt kostet es ca. 10-15 Rand (0,50 - 1 Euro).
Dieses Geld wird dann im Bus von hinten nach vorne gesammelt.
Derjenige, der ganz vorne neben den Fahrer sitzt muss das Geld zählen. Man versucht deshalb auch immer einen Platz weiter hinten zu bekommen, um das zu vermeiden.
Wenn man von einem Ort zum anderen fährt kann man auch mitten auf der Strecke und wo man will unterwegs aussteigen. Man gibt ein kleines Zeichen wie "after Robot" also nach der Ampel ( Ja die Südafrikaner nennen die Ampel Robot und nicht traffic lights....ich weiß auch nicht so genau warum :P)
Es gibt auch Leute die unterwegs in einen Bus einsteigen. Um den richtigen Bus zu bekommen muss man ein richtiges Handzeichen geben. Es gibt hier rund 10 Handzeichen in unsere Umgebung. Meistens nutzt man die 2 Zeichen in Richtung Stadt also einer nächsten Rank oder in die entgegengesetzte Richtung. Ist der richtige dabei, hält der Fahrer an und nimmt diese Person schnell mit. Es ist egal wo man einsteigt, man zahlt immer die gleiche Summe der gesamten Strecke.
Im Prinzip versucht man erst zu einer Rank zu kommen, um von dort aus weiter zu kommen. Ich gebe euch ein kleines Beispiel von meinem Alltag:
Zuerst muss ich vom Kinderheim ca. 5 Minuten bis zur Hauptstraße laufen, dort fahren bei uns alle Taxis vorbei. Da Lambton ein kleiner Teil von Germiston ist, fahren hier auch weniger Busse. Man wartet ca. 5-20 Minuten auf ein Taxi. Oft nimmt man dann erst das fünfte oder noch spätere Taxi, weil die davor bereits alle voll sind.
Von der Hauptstraße aus fahre ich dann bis zur Germiston Rank, wo ich schließlich entscheiden kann, wohin ich weiter fahre.
An der Rank selbst wollten mir anfangs viele Leute helfen, weil ich offensichtlich planlos nach einem Bus gesucht habe. Doch mir wurde gesagt, dass man diese Leute strickt vermeiden sollte, weil sie am Ende für ihre Hilfe Geld verlangen. Nur die Busfahrer solle man fragen und die haben sowieso am meisten Ahnung. Als weiße Frau alleine ist es nochmal etwas anderes... Meine Kollegin war einmal alleine unterwegs und wollte auf dem Rückweg ein Public Taxi nehmen. Sie wurde von vielen Leuten angequatscht und zum Teil auch schon richtig von den Leuten mitgezogen. Sie hatte schließlich entschieden, nicht mehr ohne Begleitung die Taxis zu benutzen.
Fazit: die Public Taxis finde ich eine sehr gute alternative zu den normalen Taxis, weil diese deutlich billiger sind. Außerdem finde ich, dass man mehr das Gefühl bekommt, ein Teil von diesem Land zu werden und meine erste Fahrt war auf jeden Fall ein richtiges Erlebnis! Wenn ich zum Beispiel von meinem Ort nach Pretoria fahren möchte, das ca. 50 km von hier entfernt ist, zahle gerade einmal rund drei Euro und das ist wirklich gar nichts für diese Strecke!
Free fall statt Bunjee Jump!
Vor ca. 2 Wochen hatten wir mit ein paar Freunden ausgemacht, an einem Sonntag Soweto zu besuchen. Soweto ist ein Township westlich von Johannesburg. Es ist ein sehr friedliches und familiäres Township ganz im Gegensatz zu manchen anderen. Man findet dort die berühmten Orlando Towers und die ebenfalls bekannte Marktstraße mit dem Mandela Museum.
Am Anfang besuchten wir dort den Markt, wo sich allgemein immer viele Touristen zeigen. Es gab viele Kleinigkeiten zu kaufen, vor allem Klamotten und Souveniers von Nelson Mandela. Der Eintritt für das Mandela-Haus war uns zu teuer, deshalb sahen wir es uns nur von außen an.
Wir beschlossen danach zu den Orlando Towers zu fahren.
Zwei Türme, die aussehen wie alte, bemalte Atomkraftwerke stehen mitten im Township.
Die Orlando Towers sind für ihre vielen Aktivitäten bekannt. Neben dem Bunjee Jump zwischen den beiden Towers und dem einmaligen Free fall gibt hier es auch Aktivitäten wie Paintball, Kart fahren und co.
Ich hatte mir überlegt, den Free fall zu machen, als eine Art Geburtstagsgeschenk für mich selbst. Da ich sowieso noch vorhabe von der höchsten Brücke hier in Südafrika einen Bunjee Jump zu machen, wollte ich mir den "kleinen" Sprung sparen und lieber den Free fall machen.
Ich befand mich ganz oben am Gerüst, an dem ich nach oben gezogen wurde und gleichzeitig das Netz unter mir mitgenommen habe. Ganze 40 Meter bin ich dann rückwärts hinunter gefallen ohne Sicherung.
Es war wirklich ein Adrenalin Kick, besonders weil ich nicht wusste, wann ich endlich aufgefangen werden würde... für Rund 20 Euro habe ich mir den Spaß gegönnt. Das war es mir auf jeden Fall wert, denn so etwas habe ich bis jetzt auch noch nie erlebt.
Zum Schluss noch eine kleine Bike Tour :P
Wir sind am Abend noch zu einem Jugendgottesdienst gefahren und ich durfte bei dem Vater von der Frau mit seinem edlen Motorrad mitfahren. Das hat den Tag schließlich noch einmal schön abgerundet.







