Mittwoch, 31. August 2016



Ein ganz normaler Tag in Epworth... 

7:30...Mein Wecker klingelt und ich wälze mich noch ein wenig im Bett und höre kurze Zeit später die ersten Geräusche im Bad, das Zeichen für mich aufzustehen und mit einem guten Frühstück in den Tag zu starten.


Morgens machen wir uns beide immer ein leckeres Müsli. Ich selbst mag es, noch ein bisschen Schokozeug dazu zu mischen. Ellen macht sich meistens noch die Mühe ein wenig Äpfel und Bananen rein zu schneiden... dafür bin ich glaub morgens einfach noch too lazy.

Nachdem ich mein Frühstück hatte, gehe ich nach Ellen schwungvoll ein Bad nehmen und Ellen frühstückt solange. Es ist wirklich schon ein wenig komisch in einer Badewanne zu duschen, weil man erst einmal die richtige Technik herausfinden muss, wie man an die ganze Sache ran geht. Wir sind auch schon am Überlegen, wie wir etwas geeignetes finden können, um das Problem zu lösen.

Um 8:30 ist es dann soweit:


Das tägliche Morning Meeting beginnt. Hier im Raum treffen sich (fast) alle Mitarbeiter und besprechen den Tagesablauf. Am Anfang wird meistens ein Lied in Zolo gesungen, bei dem man genüsslich zuhören kann. Anschließend wird noch kurz gebetet.

Beim Morning Meeting werden vor allem Probleme angesprochen, die aktuell vorliegen oder die am vergangenen Tag passiert sind. Das kann zum Beispiel eine defekte Waschmaschine sein, die repariert werden muss. Oft auch sind es Diskussionen über manche Kinder, deren Verhalten nachgegangen und überprüft wird. Man sucht zusammen eine Lösung und geht diese an.

Nach dem Morning Meeting geht dann jeder seine Wege und macht sich an die Arbeit. Für Ellen und mich gibt es morgens meistens wenig zu tun. Die Kinder stehen zum Teil schon um halb fünf auf und machen sich bereit für die Schule, während wir noch schlafen dürfen. Deshalb hat jeder von uns seine eigene Beschäftigung am Morgen.

Gestern beispielsweise hatte ich ein wenig Wäsche und habe diese gewaschen,
oder ich lerne ein wenig auf der Gitarre zu spielen die Ellen mitgebracht hatte...Es sind vor allem kleine Dinge die man machen kann.

Gegen 13:00 ist es dann soweit.






Die ersten Kids kommen von der Schule zurück. Da die Kinder in verschiedenen Schulen sind, kommen sie auch entsprechend zu unterschiedlichen Zeiten.

Mit einem meistens freundlichen "hello uncle Simon" bekommen die Kids vom Oaks`s Home erstmal eine dicke Umarmung von mir, danach ziehen sie sich um und tauschen die Schuluniform gegen ihre eigenen Klamotten ein. Sobald sie es geschafft haben sich schließlich umzuziehen, sind sie bereit zum Essen.



Mittags gibt es meistens etwas schlichtes wie zum Beispiel hier (Brot) mit Früchten. Wir würden eher Toast zu diesem Brot sagen, aber da man die 20 verschiedenen Brot Sorten aus Deutschland damit nicht vergleichen kann, passt das schon.

Wenn die Kids mit essen fertig sind, geht es in die "Study Groups". In einem Gemeinsamen Haus machen zuerst die kleinen Kinder Hausaufgaben und später die Großen.


Es ist manchmal eine Herausforderung 2-3 Kinder auf einmal bei den Hausaufgaben zu helfen, da wir  nicht so viele Mitarbeiter bei den Study Groups sind. Trotzdem macht es Spaß den Kindern etwas beizubringen oder ihnen Tipps zu geben, die man selbst in der eigenen Schullaufbahn angewendet hat.
Den einen fällt es leichter, den anderen schwieriger die Hausaufgaben zu meistern. Es ist vor allem wichtig Geduld zu bewahren, wenn die Kinder einmal nicht weiter kommen. Die meisten geben zur Antwort, dass sie die Aufgabe nicht lösen können. Im Nachhinein geht es dann doch, man muss ihnen nur sagen, dass der Wille zählt, auch wenn es manchmal hart ist.


Gegen 16:00 sind schließlich auch die Letzten fertig mit ihren Hausaufgaben und machen sich auf den Weg nach draußen zum Spielen oder Quatsch machen...und das kann ganz unterschiedlich enden :D
Ich spiele gerne mit meinen Kindern eine kleine Runde Fußball oder Netball. Netball kann man ein wenig mit Handball vergleichen. Man passt sich den Ball mit der Hand zu und anstatt drei Schritte zu machen wie beim Handball, bleibt man hier an der Stelle stehen, an der der Ball gefangen wurde und passt ihn dann weiter. Das Tor bei uns ist jeweils eine Wand.

Eigentlich hat man hier laut Vertrag gegen 17:00 "Feierabend" aber da ich morgens nicht viel zu tun habe, nutze ich den Abend um mit meinen Kids noch ein wenig in ihrem Haus zu spielen.






Hier im Bild könnt ihr einmal meine ganze Bande sehen. Wir spielen eigentlich jeden Abend  Rüben ziehen. Das kennen bestimmt einige von euch. Alle liegen auf den Boden und halten sich gegenseitig fest, während einer (ICH :D), die anderen versucht heraus zuziehen. Das war das erste Spiel, das ich den Kids beigebracht  habe und seit dem wollen sie jeden Abend "pulling beets" spielen.




Dann ist es Zeit fürs Abendessen...
Das Essen hier schmeckt sehr lecker. Vor allem gibt's auch jeden Abend Fleisch  und ich bin einfach ein Fleisch Liebhaber😋. Das Gemüse darf natürlich auch nicht fehlen. Das ein oder andere Kind muss man noch zwingen sein Gemüse zu essen und im Notfall esse ich es dann auf.
Wir singen meistens noch ein Lied zusammen. Ich habe ihnen versucht ein Lied namens: I wanna thank you...(ein paar von euch kennen es bestimmt schon😉)  beizubringen aber bis jetzt klappt es noch nicht ganz so perfekt. 

Während dem Essen schauen die Kids gerne noch "Naruto", eine japanische Zeichentrick Sendung, die es auch bei uns gibt. Leider lässt die Sendung die Kinder manchmal zu hyperaktiv werden und sie zappeln herum anstatt zu essen.

Nach dem Abwaschen mache ich mich so langsam auf den Weg in meine Wohnung und sage allen gute Nacht. Weil die Kids ja so früh aufstehen müssen, gehen gerade die Jüngeren schon gegen 20:00 ins Bett.

In meiner Wohnung angekommen, mache ich für mich noch ein paar Workouts und überlege mir Dinge für mein Blog. Da es hier schon gegen 18:00 stockfinster ist, habe ich auch das Gefühl früher ins Bett gehen zu müssen. Ich gehe auch meistens schon gegen 21:00 schlafen.

Nun habt ihr einen kleinen Einblick bekommen wie so ein typischer Tag hier in Epworth aussieht. Als nächstes möchte ich euch zeigen wo ich mein letztes Wochenende verbracht habe. Eine kleine Anmerkung habe ich ja schon in meinem Ersten Post gegeben . Eines kann ich euch versprechen,...Bilder wird es genügend geben 😉











Sonntag, 28. August 2016

Die Reise beginnt...

Liebe Freunde, Familie, Verwandte und Blogleser,

Seit gut einer Woche bin ich hier nun im wunderschönen Südafrika. Es ist unglaublich, was ich in dieser kurzen Zeit alles schon erleben durfte!

Wie einige von euch schon wissen, verbringe ich nun 1 Jahr in Südafrika in Germiston (einem Vorort  von Johannesburg) und mache hier mein Freiwilligendienst in einem Kinderheim. Es ist das "Epworth Children`s Village", das mehr als 40 Kinder  betreut.

Ich möchte diesen Blog hier als eine Art Tagebuch gestalten, hauptsächlich für mich selbst. Alle meine Erlebnisse, Erfahrungen und Herausforderungen sollen hier gesammelt werden. Aber natürlich möchte ich euch auch an diesem Abenteuer  teilhaben lassen. Deshalb werde ich versuchen, regelmäßig Einträge zu posten und wer weiß...vielleicht erwecke ich die Lust in DIR, mal selbst so eine Erfahrung zu machen.

Ich hatte schon die Ehre, dieses Wochenende eine gigantische Reihe an sogenannten "Game Farms" zu besuchen. Dort hab ich auch viele Tiere sehen können und eine Menge erlebt. Mehr dazu erzähle ich ein ander mal.


Als aller erstes möchte ich euch das Epworth Children`s Village vorstellen.



Das Kinderheim ist, wie der Name "village" schon sagt, fast ein kleines Dorf. Das ganze Heim ist, wie eigentlich alle Einrichtungen hier, umzäunt und verfügt über eine eigene Security.
In dem kleinem Dorf leben wie gesagt die über 40 Kinder im alter von 4- 16 Jahren in ihren verschieden Häusern. In denen verbringen auch ihre "uncle´s" und "aunty`s" ihre Zeit (Hier werden alle Erwachsene mit Onkel und Tante angesprochen, daran musste ich mich auch erstmal  gewöhnen ). Es gibt jeweils 2 Jungen- und 2 Mädchenhäuser, die jüngeren leben jeweils zusammen in einem Haus und die älteren auch.
Das Gebäude was ihr hier seht ist das "Oak´s" Haus. Hier sind die kleinen Jungs drin und für die bin ich auch hauptsächlich zuständig.

Neben den Kinderhäusern gibt es auch das Bürogebäude mit verschieden Mitarbeitern, die für verschiedene Bereiche zuständig sind. Auch gibt es Häuser, in denen die Kinder ihre Hausaufgaben machen können und  kleine Lager mit verschiedenen Materialien. Spielmöglichkeiten für die Kids werden auch zu Verfügung gestellt und einen großen Pool, der im Sommer (,der bald kommen wird) sehr nützlich sein könnte.


 


Nun habt ihr ein paar Bilder vom Kinderheim gesehen. Jetzt wollt ihr aber bestimmt noch meine Wohnung sehen.

Das ist das Haus von den großen Mädchen und direkt darüber könnt ihr meine Wohnung sehen.

Das hier ist mein Schlafzimmer. Gleichzeitig ist dies aber auch "mein" Zimmer. Warum? Naja, das liegt daran, das ich in dieser putzigen kleinen Wohnung nicht alleine lebe.

Hier im Wohnzimmer schläft meine supertolle singende Mitfreiwillige Ellen Wagner. Sie ist, ebenfalls  wie ich, ein Jahr im Kinderheim tätig und kümmert sich um die kleinen Mädels. Da wir kein weiteres Schlafzimmer haben, schläft sie hier.


Neben unseren anderen beiden Zimmern haben wir natürlich auch unser eigenes Bad und unsere kleine Küche. Was vielleicht im Bad auffällt ist, das wir keine Dusche hier haben. Im ganzen Heim gibt es Badewannen und anstatt zu duschen.. "you take a bath".
Die Wohnung ist zwar sehr klein, aber sie hat alles was man braucht.



Nun seid ihr sicherlich neugierig, was ich hier eigentlich genau mache und was hier den ganzen Tag abgeht. Das alles und noch viel mehr gibt's demnächst zu sehen!!!


Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei der EmK-Weltmission, Weltwärts und meinem Förderkreis bedanken, dass sie mich in jeder Weise unterstützen. Sie machen das ganze hier erst möglich und ich bin sehr dankbar dafür, das man heutzutage solche Möglichkeiten haben kann.









Ps: Ja, ich weiß, meine Rechtschreibung ist nicht die beste.Und an der Kommasetzung könnte ich auch noch arbeiten...aber zum Glück ist das ganze hier ja nur ein Tagebuch ;)