Alles fing damit an, dass eine neue Studentin aus dem Kinderheim Ellen und mich spontan zu einer Hochzeit eingeladen hat. Wir waren anfangs sehr verwundert, da wir einerseits diese Studentin lediglich vor ein paar Wochen kurz kennen lernten und das Brautpaar überhaupt nicht kannten. Wir ließen uns aber diese Gelegenheit nicht entgehen und sagten der Einladung deshalb gleich zu!
Die dunkelhäutigen Afrikaner feiern in der Regel immer zwei Hochzeiten. Eine "weiße" Hochzeit wie wir sie kennen an einem Samstag und eine "traditionelle" am Tag darauf. Wir waren nur zur weißen Hochzeit eingeladen, aber diese war für uns traditionell genug!:D
Am Samstag ging es endlich los und wir fuhren mit einem Taxi erst einmal eine recht weite Strecke bis nach Deveyton - ein Township. Für alle die kein Bild von einem Township haben möchte ich es kurz erklären. Townships sind kleinere Gebiete in Dorfgröße in denen sich besonders "ärmere" Menschen aufhalten. Als Weißer fällt man stark auf, da es dort beinahe nur Schwarze gibt. Das Leben im Township ist auch ein wenig anders als in der Stadt aber davon berichte ich euch ein anderes Mal.
Als wir schließlich im Township angekamen, hat der Taxifahrer noch extra gewartet bis uns jemand abgeholt hat. Die Freunde unserer Studentin Vinolia führten uns zu einem kleinen Haus, von dem wir zuerst dachten es sei eine Kirche, welches aber lediglich ein Treffpunkt war. Dort wurde gewartet bis schließlich alle für die Fahrt zur Kirche bereit waren.
An diesem Ort haben ein paar Leute schon "vor gefeiert" und gute Stimmung verbreitet. Wenig später kamen ein paar Jungs und machten mit uns ein paar Bilder. Ellen war besonders beliebt bei ihnen :D
Es hat sich ein Weilchen in die Länge gezogen bis wir später in einer großen Schlange von Autos zur Kirche gefahren sind. Es war wirklich aufregend wie sie schlangenförmig hin und her gefahren sind. Die Kirche war eigentlich gleich um die Ecke, aber wir sind durch das ganze Township gefahren. Vor der Kirche angekommen liefen Männer und Frauen getrennt in die Kirche ein und auf jeweils einer Seite saßen Männer und Frauen. Wir waren wirklich die einzigen Weißen bei dieser Hochzeit. Die Trauung war komplett in Zulu und Ellen und ich haben natürlich nichts von dieser Sprache verstanden. Bei einigen Liedern habe ich trotzdem versucht mitzusingen obwohl ich nicht verstanden habe was ich da eigentlich gesungen habe :D
Anschließend ging es dann zu dem Ort an dem gefeiert wurde. Auf der Fahrt im Auto wurde ordentlich Party gemacht und unser Fahrer war in bester Stimmung !:D
Am Fest Ort angekommen war ich erst einmal total überwältigt! Es war einfach traumhaft schön dort! Ich habe anfangs nicht einmal so eine wunderschöne Location erwartet. Es war einfach der komplette Kontrast im Gegensatz zu den Townships.
Nach einem kleinen Mangosaft-Empfang kam es dann zum Programm. Die Brautjungfern, weiblich und männlich präsentierten einen Tanz und danach durften wir über 15 einzelne lange Reden in afrikanischen Sprachen hören. Wir verstanden wieder kein Wort aber anschließend konnten wir uns auf das Essen freuen.
Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten war, dass wir VIP Gäste waren und uns nicht wie alle anderen Gäste selbst am Buffet anstehen mussten, sondern uns das Essen extra gebracht wurde. Wir waren wirklich erstaunt und wollten das Angebot ablehnen, weil wir uns nicht wie "besondere" Gäste fühlen wollten, sondern einfach wie jeder andere behandelt werden wollten. Doch die Bedienung bestand nach wiederholtem Male darauf uns das Essen zu bringen und wir sagten also nicht nein als das Essen dann kam.
Später machten wir noch einen Spaziergang um den schönen See herum und sprachen mit einer Menge Leute und machten natürlich auch Bilder mit ihnen, wenn sie darauf bestanden :D
Gegen später gab es die Torte und Sonstige Leckereien, die wir aber unglücklicherweise verpasst hatten. Wir tranken noch ein paar Bier und sprachen mit einigen älteren Damen. Eine von ihnen war so nett und hatte uns später extra nach Hause gefahren. Gegen 19:00 war das Brautpaar auch schon weg und gegen 20:00 haben wir es schließlich auch gepackt. Da es zu diesem Zeitpunkt keine richtige Stimmung mehr gab, fanden wir es auch nicht schlimm "früher" zu gehen. Die Dame hatte uns zuerst zu sich mit nach Hause gefahren und wir konnten dort in ihrer Wohnung noch etwas entspannen, bis uns ihr Mann später heimgefahren hat. Das war also die Hochzeit.
Am nächsten Tag waren wir mit Eva einer anderen Freiwilligen und ihrem Freund zum Apartheid Museum verabredet. Wir machten uns nach der Kirche gleich auf den Weg und fuhren mit einem Mietwagen los. Am Eingang angekommen, bekamen wir unsere Eintrittskarten auf der entweder " für Weiße und "für Nicht- Weiße" aufgedruckt war. Diese war für den Start der Museumstour gedacht...für diesen Eingang hier:
Das Museum an sich war eigentlich sehr interessant. Es zeigte die Geschichte der Apartheid und was alles damals passiert ist, alles das, was man in unseren Medien wohl kaum mitbekommen hatte. Leider waren es auch sehr viel Informationen, die man alle gleichzeitig verarbeiten musste. Nach ca. 1-2 Stunden lies die Konzentration langsam nach und wir konnten nicht mehr allen Infos genau folgen. Einen interessanten Einblick in diese Zeit bekam man aber allemal! Gerne hätte ich auch ein paar Bilder von innen gemacht, doch das war verboten.
Nach dem Museum haben wir beschlossen noch eine Kleinigkeit Essen zu gehen. Ich habe mir eine kleine Portion von dem leckeren Trockenfleisch gegönnt P:
Danach hatten wir Lust noch etwas zu unternehmen und beschlossen einen Rooftop Market zu besuchen und der.....war einfach nur der Hammer!!
Wir waren ja bereits in Maboneng bei einem tollen Markt, doch dieser war einfach viel größer und hatte eine riesen Auswahl von den verschiedensten Dingen. Ellen und ich beschlossen auf jeden Fall wieder hier her zurück zu kommen und einmal richtig einkaufen zu gehen!
Und das war unser Wochenende. Es war wirklich aufregend und echt spannend und wir wollten am liebsten gar nicht wieder an die Arbeit denken aber das musste natürlich auch sein.. :P























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