Sonntag, 6. November 2016

Afrikansiche Hochzeit und Kurztrip zum Arpeitheid Museum

Was für ein Wochenende! Es war echt mega cool und soo schön, dass man am Montagmorgen keine große Motivation hatte aufzustehen um sich an die Arbeit zu machen.!:D.....

Alles fing damit an, dass eine neue Studentin aus dem Kinderheim Ellen und mich spontan zu einer Hochzeit eingeladen hat. Wir waren anfangs sehr verwundert, da wir einerseits diese Studentin lediglich vor ein paar Wochen kurz kennen lernten und das Brautpaar überhaupt nicht kannten. Wir ließen uns aber diese Gelegenheit nicht entgehen und sagten der Einladung deshalb gleich zu!

Die dunkelhäutigen Afrikaner feiern in der Regel immer zwei Hochzeiten. Eine "weiße" Hochzeit wie wir sie kennen an einem Samstag und eine "traditionelle" am Tag darauf. Wir waren nur zur weißen Hochzeit eingeladen, aber diese war für uns traditionell genug!:D

Am Samstag ging es endlich los und wir fuhren mit einem Taxi erst einmal eine recht weite Strecke bis nach Deveyton - ein Township. Für alle die  kein Bild von einem Township haben möchte ich es kurz erklären. Townships sind kleinere Gebiete in Dorfgröße in denen sich besonders "ärmere" Menschen aufhalten. Als Weißer fällt man stark auf, da es dort beinahe nur Schwarze gibt. Das Leben im Township ist auch ein wenig anders als in der Stadt aber davon berichte ich euch ein anderes Mal.

Als wir schließlich im Township angekamen, hat der Taxifahrer noch extra gewartet bis uns jemand abgeholt hat. Die Freunde unserer Studentin Vinolia führten uns zu einem kleinen Haus, von dem wir zuerst dachten es sei eine Kirche, welches aber lediglich ein Treffpunkt war. Dort wurde gewartet bis schließlich alle für die Fahrt zur Kirche bereit waren.
An diesem Ort haben ein paar Leute schon "vor gefeiert" und gute Stimmung verbreitet. Wenig später kamen ein paar Jungs und machten mit uns ein paar Bilder. Ellen war besonders beliebt bei ihnen :D




Es hat sich ein Weilchen in die Länge gezogen bis wir später in einer großen Schlange von Autos zur Kirche gefahren sind. Es war wirklich aufregend wie sie schlangenförmig hin und her gefahren sind. Die Kirche war eigentlich gleich um die Ecke, aber wir sind durch das ganze Township gefahren. Vor der  Kirche angekommen liefen Männer und Frauen getrennt in die Kirche ein und  auf jeweils einer Seite saßen Männer und Frauen. Wir waren wirklich die einzigen Weißen bei dieser Hochzeit. Die Trauung war komplett in Zulu und Ellen und ich haben natürlich nichts von dieser Sprache verstanden. Bei einigen Liedern habe ich trotzdem versucht mitzusingen obwohl ich nicht verstanden habe was ich da eigentlich gesungen habe :D


Anschließend ging es dann zu dem Ort an dem gefeiert wurde. Auf der Fahrt im Auto wurde ordentlich Party gemacht und unser Fahrer war in bester Stimmung !:D
Am Fest Ort angekommen war ich erst einmal total überwältigt! Es war einfach traumhaft schön dort! Ich habe anfangs nicht einmal so eine wunderschöne Location erwartet. Es war einfach der komplette Kontrast im Gegensatz zu den Townships.












Nach einem kleinen Mangosaft-Empfang kam es dann zum Programm. Die Brautjungfern, weiblich und männlich präsentierten einen Tanz und danach durften wir über 15 einzelne lange Reden in afrikanischen Sprachen hören. Wir verstanden wieder kein Wort aber anschließend konnten wir uns auf das Essen freuen.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten war, dass wir VIP Gäste waren und uns nicht wie alle anderen Gäste selbst am Buffet anstehen mussten, sondern uns das Essen extra gebracht wurde. Wir waren wirklich erstaunt und wollten das Angebot ablehnen, weil wir uns nicht wie "besondere" Gäste fühlen wollten, sondern einfach wie jeder andere behandelt werden wollten. Doch die Bedienung bestand nach wiederholtem Male darauf uns das Essen zu bringen und wir sagten also nicht nein als das Essen dann kam.

Später machten wir noch einen Spaziergang um den schönen See herum und sprachen mit einer Menge Leute und machten natürlich auch Bilder mit ihnen, wenn sie darauf bestanden :D

Gegen später gab es die Torte und Sonstige Leckereien, die wir aber unglücklicherweise verpasst hatten. Wir tranken noch ein paar Bier und sprachen mit einigen älteren Damen. Eine von ihnen war so nett und hatte uns später extra nach Hause gefahren. Gegen 19:00 war das Brautpaar auch schon weg und gegen 20:00 haben wir es schließlich auch gepackt. Da es zu diesem Zeitpunkt keine richtige Stimmung mehr gab, fanden wir es auch nicht schlimm "früher" zu gehen. Die Dame hatte uns zuerst zu sich mit nach Hause gefahren und wir konnten dort in ihrer Wohnung noch etwas  entspannen, bis uns ihr Mann später heimgefahren hat. Das war also die Hochzeit.

Am nächsten Tag waren wir mit Eva einer anderen Freiwilligen und ihrem Freund zum Apartheid Museum verabredet. Wir machten uns nach der Kirche gleich auf den Weg und fuhren mit einem Mietwagen los. Am Eingang angekommen, bekamen wir unsere Eintrittskarten auf der entweder " für Weiße und "für Nicht- Weiße" aufgedruckt war. Diese war für den Start der Museumstour gedacht...für diesen Eingang hier:





Das Museum an sich war eigentlich sehr interessant. Es zeigte die Geschichte der Apartheid und was alles damals passiert ist, alles das, was man in unseren Medien wohl kaum mitbekommen hatte. Leider waren es auch sehr viel Informationen, die man alle gleichzeitig verarbeiten musste. Nach ca. 1-2 Stunden lies die Konzentration langsam nach und wir konnten nicht mehr allen Infos genau folgen. Einen interessanten Einblick in diese Zeit bekam man aber allemal! Gerne hätte ich auch ein paar Bilder von innen gemacht, doch das war verboten.

Nach dem Museum haben wir beschlossen noch eine Kleinigkeit Essen zu gehen. Ich habe mir eine kleine Portion von dem leckeren Trockenfleisch gegönnt P:


Danach hatten wir Lust noch etwas zu unternehmen und beschlossen einen Rooftop Market zu besuchen und der.....war einfach nur der Hammer!!





Wir waren ja bereits in Maboneng bei einem tollen Markt, doch dieser war einfach viel größer und hatte eine riesen Auswahl von den verschiedensten Dingen. Ellen und ich beschlossen auf jeden Fall wieder hier her zurück zu kommen und einmal richtig einkaufen zu gehen!

Und das war unser Wochenende. Es war wirklich aufregend und echt spannend und wir wollten am liebsten gar nicht wieder an die Arbeit denken aber das musste natürlich auch sein.. :P




Sonntag, 23. Oktober 2016

Die Arbeit im Kinderheim



In meinem ersten Post habe ich euch einen typischen Alltag in Epworth gezeigt. Heute möchte ich ein wenig intensiver meine Arbeit beschreiben.



Wie schon gesagt gibt es rund 60 Kinder hier im Kinderheim. Die Frage bleibt: Was brachte diese Kinder überhaupt hier her? Jedes dieser Kinder hatte auf ganz unterschiedliche Weise eine schwere Vergangenheit. Die einen wurden geschlagen, die anderen misshandelt oder sogar von der eigenen Familie vergewaltigt. Jeder hat seine eigene Geschichte. Ich kenne nur allgemeine Informationen von ihnen, Genaueres wollte unser Sozialarbeiter lieber nicht preisgeben. Er selbst hat alle Akten von den Kinder durchgelesen und war zum Teil geschockt was den Kindern alles angetan wurde. Ich glaube im Nachhinein ist es ganz gut, die genaue Vergangenheit von den einzelnen Kids nicht zu wissen, um ihnen möglichst unvoreingenommen zu begegnen.

Gerade weil sie alle eine schwierige Zeit hinter sich haben, sind die Kinder auch dementsprechend immer noch traumatisiert und handeln manchmal ungewollt falsch.

Ich habe seit letzter Woche den Auftrag bekommen, mit einem ganz bestimmten meiner Schützlinge intensiver Zeit zu verbringen und ihn zu betreuen. Sein Name ist Shaun und er ist gerade einmal sieben Jahre alt...aber was dieses Kind schon alles angestellt hat, erzähle ich besser nicht bis ins Detail. Besonders da Shaun früher wahrscheinlich starker Gewalt ausgesetzt war, ist es sogar nachvollziehbar warum er sich so verhält und man kann dementsprechend auf ihn eingehen. Eine Mitarbeiterin meinte auch, es sei gut, dass im Moment nur speziell ich alleine mit ihm Zeit verbringe. Meine Aufgabe ist es quasi eine Art Ersatzvater für ihn zu sein, welcher sich bisher nie richtig Zeit für sein Kind nahm. Nun soll er die Aufmerksamkeit bekommen, die er sich immer sehnlichst von seinem Vater gewünscht hat. 


Sobald Shaun von der Schule kommt schnappe ich ihn mir bevor er irgendwelchen Blödsinn machen kann und wir machen ein paar Aktivitäten. Dieser kleine Junge hat sehr viel Power und könnte stundenlang beschäftigt werden. Bei ihm kann es auch vorkommen, dass er immer wieder auf andere Kinder oder Mitarbeiter Steine wirft und man deshalb eine richtige Wut auf das Verhalten des Jungen bekommen kann. Trotzdem sehe ich auch die guten Seiten an ihm und glaube, dass er später einmal ein ganz Anderer sein wird!


Shaun ist jetzt auch ein Spezialfall und nicht alle Kinder handeln so und doch verläuft jeder Tag hier ganz unterschiedlich. Je nach dem wie anstrengend die Kinder tagsüber waren, kann ich abends freiwillig länger im Haus bleiben und mit ihnen spielen oder tanzen. Manchmal tut es mir für die anderen Kinder leid, dass ich wegen 2-3 Kindern so fertig bin und nach dem Abendessen mich einfach nur noch ausruhen möchte anstatt mit ihnen weiter zu spielen.


Ich habe schon eine „reward“ Liste, also eine Belohnungs- Liste eingeführt. Die Kinder haben von Woche zu Woche immer mehr Herausforderungen die sie am Tag meistern müssen um am Ende eine Belohnung, wie z.B. eine Cola, zu bekommen. Das System hat bis jetzt schon ganz gut funktoniert, aber da ich jetzt mehr mit Shaun beschäftigt bin, kann ich mich weniger um die anderen Kids kümmern.

(((((((BILD)))


Da die Kids an manchen Tagen sehr anstrengend sein können, nutze ich gerade die Wochenenden um ein wenig runter zu kommen und neue Kraft zu tanken. Ich möchte aber die Arbeit hier nicht komplett ins negative ziehen. Es gibt oft genug Situationen, in denen mich die Kids aufheitern und zum Teil richtig süß sein können. Es ist meistens nur das Gesamtpaket, das den Tag so anstrengend macht.


Die meisten „aunty`s“ arbeiten hier schon über 15 Jahre und ich finde es erstaunlich, dass sie immer noch hier sind und dem alltäglichen Stress standhalten.
Natürlich gibt es auch viele schöne Momente:
Zum Beispiel von Events an denen sich die Kinder freuen dürfen, wie dem 1.September, der offizielle Frühlingsbeginn. Schaut euch einfach die fröhlichen Gesichter an.










 








 
Die Trockenzeit ist nun seit gut einem Monat vorbei und der Pool steht schon bereit für die richtig warmen Tage, denn der Sommer rückt immer näher...Ein paar Szenen der Pool Aktivitäten bringen einen wirklich zum schmunzeln.


Startklar fürs Rennen machen....


...Und los geht's!:D

Mal sehen wer gewinnt ;)





Gegenseitig nass machen ist hier die  Dauerbeschäftigung!:D


Wenn die Großen den Kleinen helfen...einfach schön zu sehen!








Rein springen macht immer Spaß!:D


Die Wasserqualität ist nicht gerade die Beste, da die Kinder immer mit ihren dreckigen Füßen wieder reinspringen :P...Bleibt Jedem selbst überlassen darin zu schwimmen;D



Die Ferien neigen sich langsam ihrem Ende zu, deswegen war ich weniger aktiv und es gab nicht mehr ganz so viel zu sehen, aber das wird sich bald wieder ändern! In den nächsten Posts werde ich ein wenig berichten, was sonst noch passiert ist und was außerdem noch spannendes kommen wird!:)